{"id":121,"date":"2023-02-06T08:48:19","date_gmt":"2023-02-06T08:48:19","guid":{"rendered":"https:\/\/helmutpatzer.it9cloud.ch\/?page_id=121"},"modified":"2025-07-03T12:58:40","modified_gmt":"2025-07-03T12:58:40","slug":"sinnorientierte-lebenshilfe","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.logotherapie-bodensee.ch\/?page_id=121","title":{"rendered":"Sinnorientierte Lebenshilfe"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"font-size:28px\"><strong>Die Freude<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Interessante Gedanken zur:<strong> <\/strong>\u201eDie Freude\u201cvon Prof. Dr. phil. Elisabeth Lukas aus ihrem Buch: <strong>\u201ePsychotherapie in W\u00fcrde\u201c. <\/strong>Verlag: Quintessenz, 1994, <strong>ISBN&nbsp; <\/strong>3- 86128 \u2013281 &#8211; X<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMenschen ver\u00e4ndern sich, wenn ihnen ein schweres Leid widerf\u00e4hrt, und vielfach leben sie \u201edanach\u201c bewusster, wacher, bescheidener und wertf\u00fchliger als zuvor\u201c. Hier bietet Frau Dr. Lukas die Freude als Therapeutikum von der \u201eIntensiviermacht des Geistes\u201c an. \u201eDie Logotherapie klammert das subjektive Erleben des Menschen nicht aus. Im Gegenteil, ihr Ansatz hilft mit, sich selbst als Person zu sp\u00fcren, sich von Werten ber\u00fchren zu lassen, sich selbst als \u201evom Leben gemeint\u201c zu verstehen. Trotzdem wird in der Logotherapie vorsichtig mit dem Begriff des Gef\u00fchls umgegangen, denn es gibt zweierlei Kategorien von \u201eGef\u00fchl\u201c. Zum einen gibt es die Wertf\u00fchligkeit als geistigen Akt des Menschen, der \u201eganz bei sich\u201c ist, indem er ein \u00fcber sich Hinausgehendes intendiert\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eZum anderen gibt es die psychisch-triebhafte Gef\u00fchlslage im Menschen, die irrational, t\u00e4uschend und sein <strong>Ich<\/strong> blockierend sein kann, wie wir aus der Neurosenlehre wissen. Das heisst, nicht jedes Gef\u00fchl ist existentiell, steigt empor aus tiefstem Menschsein und Eigentlichsein; gewisse Gef\u00fchle sind auch schlichtweg Zeichen einer krankhaften Entwicklung bei diesem Menschen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHier ist Differenzierungsarbeit zu leisten!&nbsp; Deswegen ist die Spaltung zwischen Kognition und Emotion nicht dadurch zu \u00fcberwinden, dass die W\u00fcrfel zugunsten der Emotion fallen \u2013 wie es manche psychologische Str\u00f6mung heute fordert &#8211; , sondern nur dadurch, dass beides \u00fcberh\u00f6ht wird in der Geistigkeit des Menschen, in der sich eine neue Dimension \u00f6ffnet: <strong>die Sinnperspektive\u201c.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<strong>Die Freude<\/strong> ist nun ein klassisches Beispiel f\u00fcr ein intentionales Gef\u00fchl der ersten Kategorie. Sie kann nie anders sein, als Freude <strong>\u00fcber<\/strong> etwas oder <strong>an<\/strong> etwas, sie ist kein Kind des Vakuums, sondern besitzt stets einen \u201eGrund\u201c, ihren spezifischen \u201eGrund zur Freude\u201c. Dieser pfopft sich auf einem \u00fcber jeglichen aktuellen Anlass hinausreichenden&nbsp; \u201eSinn-Grund\u201c, das Leben zu bejahen, zu lieben, wertzusch\u00e4tzen, eben sich daran zu erfreuen. Ohne einen solchen \u201eSinn-Grund\u201c wird der spezifische \u201eGrund zur Freude\u201c m\u00fchsamer aktiv und verglimmt schneller als sonst, fast wie ein \u201eStrohfeuer\u201c. Weshalb gute Lebensbedingungen und ein freudloses Dasein leider kein notwendiger Widerspruch sind\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDank ihres normalerweise in den \u201eSinn-Grund\u201c des Lebens eingenisteten und ihm aufgelagerten spezifischen \u201eGrundes\u201c verhilft <strong>die Freude<\/strong> zur vielleicht gegenw\u00e4rtigen Form des In-der-Welt-Seins. Der Mensch, der sich freut, ist ganz da, ganz pr\u00e4sent, in optimaler \u00dcbereinkunft mit sich und der Welt, er ist nicht entzweit, entfremdet oder in der Irre. Er ist gleichsam, wo er hingeh\u00f6rt, ist f\u00fcr Momente seines Daseins kein Suchender mehr, sondern ein Findender, ein Sich-Wohlbe-findender auf dem Boden eines basalen \u00dcbereinstimmung mit dem Sein der Welt. Der Mensch, der sich freut, ist integriert, er steht nicht draussen vor der T\u00fcr seiner Existenz\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDemgegen\u00fcber ist der Mensch <strong>ohne<\/strong> Freude der Mensch ohne Zugeh\u00f6rigkeit. Er ist ein Fremder in allen Lebensbereichen, und auch mit sich selbst <strong>nicht<\/strong> im Reinen. Er lebt nicht, wie es ihm gef\u00e4llt, und es gef\u00e4llt ihm nicht,<strong> wie<\/strong> er lebt. Hinter diesem Vermissen eines \u201espezifischen Grundes der Freude\u201c ist ihm meist ein St\u00fcck \u201eSinn-Grund\u201c entglitten. Da er nichts sieht, \u00fcber das er sich erfreuen k\u00f6nnte, dominiert die Leere in seiner Welt. Der Mensch ohne Freude existiert wesentlich im Fehlen von etwas. Frau Dr. Lukas beschreibt auch die Begriffe der \u201eVor- und der Nachfreude\u201c, der \u201eFreude und der Freudlosigkeit\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir sehen, die Erfahrung lehrt zwar,&nbsp; dass Freude und Freudlosigkeit in unserem Leben wechseln, und das die Freude rein <strong>quantitativ<\/strong> seltener auftritt als die Freudlosigkeit; diese Erfahrung berechtigt aber trotzdem nicht zur Resignation. Denn weil die Freude vor sich und hinterher sich her in die Freudlosigkeit hineinscheint, ver\u00e4ndert sich rein <strong>qualitativ<\/strong> unser gesamtes Leben. Sie ist ein Stabilit\u00e4ts- und Integrationsfaktor, der es uns erm\u00f6glicht, immer wieder der Entfremdung zu entrinnen und da zu sein, wo wir hingeh\u00f6ren: bei uns selbst und mit unserem Selbst in der Welt\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBetrachten wir im Folgenden die Freude weniger unter dem Blickwinkel eines \u201eGradmessers der seelischen Gesundheit\u201c, sondern eher als Therapeutikum. Es liegt auf der Hand: K\u00f6nnte sich jemand \u00f6fter und inniger freuen \u2013 und das k\u00f6nnte er eben nur <strong>\u201e\u00fcber etwas\u201c<\/strong> oder <strong>\u201ean etwas\u201c <\/strong>\u2013 w\u00fcrde sich sein Bezug zu jenem Etwas verst\u00e4rken, was gleichbedeutend w\u00e4re mit der Erstarkung seiner \u201eBezugsfreudigkeit\u201c. Das <strong>Mit<\/strong>-trauern, <strong>Mit<\/strong>-leben, <strong>Mit<\/strong>-spielen, <strong>Mit<\/strong>-arbeiten, <strong>Mit<\/strong>-freuen und <strong>Mit<\/strong>-lieben (Alfred Adler) w\u00fcrde ihm wieder gel\u00e4ufiger, der ihm entglittene \u201eSinn-Grund\u201c w\u00fcrde ihm transparenter. Der Haken dabei ist bloss, dass man sich <strong>nicht<\/strong> auf Befehl freuen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist jedoch denkbar, dass die von Viktor E. Frankl sobenannte <strong>\u201eTrotzmacht des Geistes\u201c <\/strong>auch der Freudlosigkeit gegen\u00fcber zum Zuge kommen kann, und zwar im Gewand einer \u201eIntensiviermacht des Geistes\u201c, sprich, einer inneren Haltung des Menschen, aus der heraus er gezielt die vielen kleinen Anl\u00e4sse , die das Leben ihm zur Freude bietet, aufgreift und mit einer Aura der Besonderheit umgibt. Als ein besonderes spr\u00fchen sie l\u00e4nger am Nachthimmel und im Zwielicht der Vor- und Nachfreude und lassen vielleicht mit der Zeit den Tag anbrechen \u2013 den Tag einer r\u00fcckgewonnenen \u00dcbereinkunft mit der Welt\u201c.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p style=\"font-size:23px\"><strong>Frau Dr. Lukas beschreibt in ihrem Buch ausf\u00fchrlich und spannend viele Beispiele aus ihrer beruflichen T\u00e4tigkeit als Psycho- und Logotherapeutin.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Die Freude<\/strong> <strong>am eigenen Sein, gemeint ist die Freude am Tun, Gestalten, Sich-bewegen.<\/strong><\/p>\n<cite>Viele Stunden t\u00e4glich m\u00fcssen wir eine Menge tun. Wir m\u00fcssen aktiv sein und uns k\u00f6rperlich und geistig bewegen. Solches Tun und Sich-Bewegen kann als l\u00e4stig empfunden werden, als m\u00fchseliges Sich-Aufraffen-M\u00fcssen etc.&nbsp; Man kann alles mit Widerstand tun, jede Bewegung mit einem Seufzer der \u00dcberwindung machen. Allein unser Standpunkt z\u00e4hlt. Denn es kann auch als herrlich empfunden werden, etwas tun zu d\u00fcrfen und sich bewegen zu k\u00f6nnen. Logotherapeutisch heisst das: \u201eDie Freude am eigenen K\u00f6nnen\u201c.<br>Dem gegen\u00fcber gibt es eine typisch neurotische Lebenspraxis, deren Basis das \u201eNicht-K\u00f6nnen-Wollen\u201c ist. Wer etwas nicht tut, der kann es auch nicht, und wer es nicht kann, braucht es nie zu tun, um sich vor Verantwortlichkeit und der entscheidenden L\u00f6sung von Problemen zu dr\u00fccken, wie sie auch unter dem Seligmanschen Begriff der \u201eerlernten Hilflosigkeit\u201c in der Fachliteratur beschrieben worden ist.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Die Freude<\/strong> <strong>am Schauen, Lauschen, Denken<\/strong>.<\/p>\n<cite>Es sind die Stunden die uns allein geh\u00f6ren. Wir bestimmen, wof\u00fcr wir sie verwenden. Sie k\u00f6nnen das reine Auftankreservoir der Freude sein. Vorausgesetzt, dass nach vorangegangener Aktivit\u00e4t&nbsp; \u201eRuhe einkehrt in die Seele\u201c. Denn nur die \u201ebaumelnde Seele\u201c tr\u00e4umt und verwebt das Grandiose und Z\u00e4rtliche dieser Welt in ihren Traumgespinsten. Beim versunkenen Schauen zum Beispiel:&nbsp; auf einen bl\u00fchenden Strauch auf der Wiese, auf ein Schneckengeh\u00e4use am moosigen Waldboden, das Lauschen eines Chores oder besinnlichen Melodien\u2026. sie alle r\u00fccken uns n\u00e4her in einem Erschaut-werden und erz\u00e4hlen von unserem Dazu-geh\u00f6ren&nbsp; und Eins-sein mit der unbegreiflichen F\u00fclle eines Ganzen, dem \u201eLogos\u201c. Logotherapeutisch heisst das: \u201eIm Tr\u00e4umen entwickeln wir uns auf unsere Traumbilder zu. Im gedanklichen Spiel mit Wirklichkeiten ist der Keim f\u00fcr Wirklichkeits-Ver\u00e4nderung enthalten\u201c.<br>Dem gegen\u00fcber gibt es seelische Basisschw\u00e4chen mit lebenslangen Konsequenzen. \u201eDisziplinlosigkeit ist ein gutes Beispiel daf\u00fcr. Sie sorgt f\u00fcr \u00dcbergewicht genauso wie f\u00fcr Geldschulden oder f\u00fcr h\u00e4ufig abgebrochene Beziehungen. Helfen kann sich der Mensch in&nbsp; der Einsicht und Einkehr stiller Stunden, in denen der Mensch sich seinen eigenen Schw\u00e4chen stellt, sein Leben \u00fcberdenkt und sich an seine eigenen St\u00e4rken und F\u00e4higkeiten bewusst wird\u201c.<br>&nbsp;<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Die Freude am mitmenschlichen Sein.<\/strong><\/p>\n<cite>In unserem t\u00e4glichen Alltag verbringen wir in hohem Masse gemeinschaftlich mit anderen Menschen und allen auf dieser Erde lebenden Gesch\u00f6pfen. Dies kann auch ein Reibungspunkt oder ein zus\u00e4tzlicher Quell der Freude sein.&nbsp; Freude wird es demjenigen&nbsp; bereiten, der Kooperation und Teamwork sch\u00e4tzt und sich bei hinreichender sozialer Kompetenz seine Individualit\u00e4t zu bewahren weiss. Diese Freude an der Gemeinschaft ist in der Tat etwas Besonderes und sollte als solches registriert werden. Wie oft merken Menschen erst nach ihrer Trennung, was sie an einander hatten. <strong>Die Freude,<\/strong> dass es den anderen gibt, dass er da ist und einem nahe ist, ist eine sehr elementare Freude. Dar\u00fcber hinaus gibt es die Freude an diversen Gemeinsamkeiten, die als Einzelaktion geringeren Spass machen w\u00fcrden oder \u00fcberhaupt nicht durchf\u00fchrbar w\u00e4ren.<br>Dem gegen\u00fcber ist der \u00c4rger des Loslassen-M\u00fcssenden, der seine Gedanken und H\u00e4nde festgebunden sieht und somit f\u00fcr kommende Ereignisse blockiert ist. Wer nicht kooperativ ist, hat M\u00fche, sich in seiner tristen Welt zu behaupten. Die Wertsch\u00e4tzung der Kooperation hingegen lockert die Notwendigkeit, sich den t\u00e4glichen Herausforderungen zu stellen. <strong>\u201eWo die Kraft des Ichs endet, tr\u00e4gt ja das Wir<\/strong> <strong>weiter\u201c. <\/strong>In der Freude sind wir so spontan und ehrlich wie selten, hingegeben an dasjenige, was zwischen den Rollen und Masken passiert.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Die Freude von der Ausstrahlung eines Menschen, die auf einen anderen Menschen \u00fcbertragen werden kann.<\/strong><\/p>\n<cite>Damit ist gemeint, was per Ausstrahlung von einem Menschen auf einen anderen \u201e\u00fcberl\u00e4uft\u201c und auf ihre Mitwelt ausstrahlt. Wobei sich die Begriffssph\u00e4re keineswegs auf nonverbale Signale wie K\u00f6rperhaltung, Mimik, Gestik und das sich darin Ausdr\u00fcckende beschr\u00e4nkt. In der Logotherapie wird auf eine positive Geisteshaltung und auf ein w\u00fcrdiges Menschenbild einer&nbsp; Person geachtet. Freilich kann jedem Einfluss widerstanden oder nachgegeben werden, dennoch besteht die Gefahr einer Verf\u00fchrungssituation; z.B. in Glaubensgemeinschaften. Das therapeutische Ziel sollte immer die Anregung&nbsp; f\u00fcr das Leben und zur Liebe zum Leben sein.<br>Es gibt Menschen, die Wohlbehagen um sich verbreiten. Es braucht nichts Besonderes, mit ihnen zusammenzukommen, etwas zu&nbsp; besprechen oder auszudiskutieren, das Besondere ist die Atmosph\u00e4re, die sie verbreiten. <strong>Eine Atmosph\u00e4re, in der jeder frei atmen und er selbst sein kann<\/strong>. Mit solchen Menschen beisammen zu sein, ist einfach eine reine Freude. Weil sie das Leben lieben, locken sie die Liebe zum Leben hervor. Gemeinsame Unternehmungen sind wunderbar, solange durch eine positive,&nbsp; geistige Auseinandersetzung ein Wohlbehagen besteht.<br>Es kann erbaulich sein, einem solchen hin und wieder zu begegnen und auch ohne Worte zu sp\u00fcren, was von ihm \u201eher\u00fcberkommt\u201c. In gewisser Weise k\u00f6nnen Schweige\u00fcbungen und ihre Schwingungen zwischen uns Menschen, den Tieren und Pflanzen eine Intensivierung der Freude ausl\u00f6sen, insbesondere mit dem Charisma der Liebe. Mit der Logotherapie werden diese F\u00e4higkeiten gemeinsam erarbeitet und gef\u00f6rdert.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Die Freude an Konfliktl\u00f6sung und Mediation.<\/strong><\/p>\n<cite>Dass mediatorische Handlungen wie Konfliktl\u00f6sung, Streitschlichtung und Kompromisserarbeitung mit Freude in Verbindung zu bringen sind, wird kaum vermutet. Meist erscheinen sie als notwendiges \u00dcbel und werden meist mit Wut, Hilflosigkeit und dem Zwang zum Gesicht-Wahren assoziiert. Logotherapeutische Mediation beachtet insbesondere die Wertsysteme der im Konflikt befindlichen Parteien. Eine allgemeine Regel lautet: <strong>\u201eGemeinsame Werte zu verbinden\u201c,<\/strong> vorausgesetzt, dass beide Seiten wertorientiert denken und argumentieren. Unterschiedliche Werte m\u00fcssen im Kontrast darum behutsam gehandhabt werden. Bem\u00fcht sich jedoch eine Seite, sich in die Wertewelt der anderen hineinzutasten, merkt sie bald, dass auch jene andere nicht nur egoistische und destruktive Anliegen verfolgt, was bei einem Streit \u00fcblicherweise&nbsp; angenommen wird. <strong>Ein \u201ewertorientierter Feind\u201c kann kein \u201eganz b\u00f6ser\u201c sein.<\/strong><br>Ein hervorragendes Therapeutikum gegen Schuldzuweisungen und Zur\u00fcckweisungen&nbsp; von \u2013 echten oder vermeintlichen \u2013 Schuldzuweisungen ist nun die Freude und ein wenig Humor an der positiven Konfliktl\u00f6sung. Sie legt die Schuldfrage zur Seite und stellt die Wertfrage in den Mittelpunkt. Welche Werte welcher Person sind bedroht, besch\u00e4digt, und wie k\u00f6nnen sie gemeinsam \u201erepariert\u201c werden, ohne dass einer der Beteiligten einschneidende Eingriffe in sein eigenes Wertesystem in Kauf nehmen m\u00fcsste?&nbsp; Ein spannendes Unternehmen, auch in der Variante der Mediation, bei der ein Unbeteiligter seine Unterst\u00fctzung gew\u00e4hrt.<br><strong>Mediation auf Wikipedia<\/strong> ( lateinisch) \u201eVermittlung\u201c, siehe Beispiel:&nbsp; \u201eGeschichte, die Epoche in der Schweiz (1803 \u2013 1813)<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Die Freude an der Freude eines anderen.<\/strong><\/p>\n<cite>ine Abhandlung \u00fcber die Freude soll nicht enden ohne Hinweise auf die h\u00f6chste und vollendeste Form der Freude, n\u00e4mlich die Freude an der Freude eines anderen Menschen. Allerdings ist diese Freude nicht \u201ebillig\u201c zu haben. Sie verlangt ein Ablegen <strong>aller<\/strong> Regungen von Missgunst und Neid, deren N\u00e4hrboden die nach gerechtem Ausgleich heischende Frage ist, warum es einem anderen besser gehen soll als einem selbst?&nbsp; <strong>Die Freude,<\/strong> dass es einem oder mehreren anderen gut geht, besitzt&nbsp; geradezu \u201eWeltverbesserungspotential\u201c. Man stelle sich bloss vor, V\u00f6lker w\u00fcrden jubeln, wenn ihre Nachbarn in best\u00e4ndigem Frieden und Wohlstand leben. <strong>Wie w\u00fcrde doch der Planet Erde sein Antlitz ver\u00e4ndern !&nbsp; Die es ihren Wunden erlaubte, zu vernarben ?<\/strong><br>Freilich, wir sagten, sie, die Freude ist nicht&nbsp; \u201ebillig\u201c&nbsp; zu haben. Um die Freude an der Freude eines anderen&nbsp; zu intensivieren, m\u00fcssen wir wahrlich unsere \u201eIntensiviermacht des Geistes\u201c anzapfen. Jene Macht, die uns als \u201eTrotzmacht des Geistes\u201c selbst einem \u201eh\u00f6llischen\u201c Schicksal noch die Stirn zu bieten hilft, die uns aber nicht minder bef\u00e4higt, dem \u201ehimmlischen\u201c Schicksal unserer Mitmenschen ein wohlwollendes L\u00e4cheln zu schenken. Kommt es aus ehrlichem Herzen, ist der \u201eHimmel\u201c auch in uns. Nutzen wir diese Erkenntnisse zum Wohle eines anderen und sch\u00e4men wir uns nicht, seine Probleme und Klagen anzuh\u00f6ren. Das ist gelebte Logotherapie.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"609\" src=\"https:\/\/helmutpatzer.it9cloud.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/book.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-122\" style=\"width:242px;height:147px\" srcset=\"https:\/\/www.logotherapie-bodensee.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/book.png 1000w, https:\/\/www.logotherapie-bodensee.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/book-300x183.png 300w, https:\/\/www.logotherapie-bodensee.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/book-768x468.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>Das kleine Buch f\u00fcr zwischendurch <strong>\u201e Freude\u201c<\/strong><\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Herder Verlag \u2013 Spektrum &#8211; Band 7138,&nbsp; <strong>ISBN<\/strong>&nbsp; 978-3-451-07138-6. So unterschiedlich die Dinge sind, \u00fcber die wir uns freuen, so sch\u00f6n ist es, dass sich mit ein bisschen Nachdenken jeder an grosse oder kleine Momente der Freude erinnern. Diese Momente sind es, die uns helfen, den Alltag zu leben \u2013 und ihn zu etwas Besonderem werden zu lassen. Sie sind wie kleine Lichter, die auch die dunklen Tage in unserem Leben erhellen. \u201eMitten im Alltag eine Auszeit nehmen: eine kleine Lesereise durch die Texte grosser Autorinnen und Autoren. Schenken Sie sich Zeit f\u00fcr die Freude\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Bei &nbsp;\u201e<a href=\"http:\/\/www.logotherapie-bodensee.ch\/Logotherapie.htm\">Logotherapie\u201c<\/a> finden Sie auch s\u00e4mtliche Internet-Adressen der Institute.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"#neve_body\">Nach oben<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Freude Interessante Gedanken zur: \u201eDie Freude\u201cvon Prof. Dr. phil. Elisabeth Lukas aus ihrem Buch: \u201ePsychotherapie in W\u00fcrde\u201c. Verlag: Quintessenz, 1994, ISBN&nbsp; 3- 86128 \u2013281 &#8211; X \u201eMenschen ver\u00e4ndern sich, wenn ihnen ein schweres Leid widerf\u00e4hrt, und vielfach leben sie \u201edanach\u201c bewusster, wacher, bescheidener und wertf\u00fchliger als zuvor\u201c. 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